Paarberatung per Videochat


Vor allem für berufstätig Paare ist es erfahrungsgemäß sehr schwierig, einen gemeinsamen Termin für die Paartherapie zu finden; immerhin muß man hierfür die Terminpläne dreier Personen unter einenHutbekommen, und die begehrten Abendtermine sind bei Psychotherapeuten natürlich immer besonders schnell belegt.
Früher waren Therapiesitzungen per Videokonferenz gemäß der Berufsordnung der Ärzte weder abrechenbar noch erlaubt. Dies ist eins der wenigen Dinge, die Corona zum Positiven verändert hat,dennheutzutage ist eine Sitzung per Videochat unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen erlaubt, und gerade in der Paartherapie auch sehr gut möglich. Es kann sogar von Vorteil sein, wenn sicheinPaar, das im Alltag miteinander Probleme hat, im Rahmen der Paarberatung plötzlich erst einmal auf eine ganz neue Art erlebt (idealerweise sitzt jeder zunächst einmal an einem eigenen Bildschirmanunterschiedlichen Orten). So können negative, festgefahrene Kommunikationsmuster durchbrochen und das Miteinander-Reden sozusagen unter anderen Rahmenbedingungen neu erlebt und zum Positivenhinverändert werden. So kann die zwischen den Partnern aktuell ohnehin bestehende unfreiwillige Distanz noch einmal verstärkt werden - emotional eingefahrene Muster treten dadurch zurück undrationaleArgumente rücken dadurch automatisch mehr in den Vordergrund.
Kurzum, während der Einsatz von Videochats in der regulären Einzelpsychotherapie zwar möglich, aber nur „zweite Wahl“ ist, kann dieses für diese Anwendungsform neue, ungewohnte Medium inderPaarberatung überraschend gute Dienste leisten.